Proaktiv Blog Generation Y

Generationenkonflikte im Büro: Alt gegen Jung?

Berufsstarter der Generation Y und Z fremdeln oft mit starren Hierarchien. Mit ihrem Selbstbewusstsein irritieren sie ältere Führungskräfte. Dabei können und müssen beide Seiten voneinander lernen.

Seit zehn Jahren beschäftigt viele Unternehmen das Thema „Generation Y“. Sie wird als schwierig und anspruchsvoll, teilweise sogar als impertinent wahrgenommen – gleichzeitig zweifeln manche, ob man eine Generation so in eine Schublade stecken kann.

Als Generation Y werden typischerweise die 25- bis 35-Jährigen bezeichnet, die über eine gute Ausbildung verfügen und von Unternehmen entsprechend als Arbeitskräfte umworben werden. Langsam kommt die nachfolgende Generation, passenderweise Generation Z genannt, auf dem Arbeitsmarkt an, die heute 15- bis 25-Jährigen. Alle Generationen passen sich an ihre Rahmenbedingungen an, die sind aber bei den Generationen Y und Z ganz anders als bei ihren Vorgängern, den Babyboomern oder der Generation X.

„Nur, wer die Generationen Y und Z versteht, kann sie führen“

(Prof. Dr. Susanne Böhlich, Professorin Intern. Management, Internationale Hochschule Bad Honnef)

Umsorgt und verunsichert

  • Generation Y und Z sind mit Technologien aufgewachsen, eine schnelle Internetverbindung ist für sie so selbstverständlich wie Strom aus der Steckdose. Der Begriff der „Helicopter Parents“ wurde in Zusammenhang mit der Generation Y berühmt – für Eltern, die ihre Kinder ständig umsorgen, unterstützen und auch in der Schule, im Studium oder beim Arbeitgeber Präsenz zeigen. Unternehmensskandale, Umweltkatastrophen und Terrorismus haben beide Generationen geprägt. Dies führt zu permanenter Unruhe und Unsicherheit – auf die Y und Z aber unterschiedlich reagieren: Während die Generation Y auf die Ereignisse mit einem „Jetzt erst recht“ reagiert, zieht sich die Generation Z eher zurück. Sie hat gesehen, dass Erwartungen auch unerfüllt bleiben können, wenn sie zu hoch gegriffen sind. Deshalb versucht sie erst gar nicht, unrealistische Ziele zu verwirklichen, sondern sucht oft etwas „Bodenständigeres“ und zieht sich ins Private zurück.
  • Führungskräfte sind vielfach irritiert von den jungen Mitarbeitern: Beide Generationen werden als sehr fordernd und schwierig erlebt. Man selber musste noch die Ochsentour gehen, den jungen Mitarbeitern wird der rote Teppich ausgerollt. Während die Generation Y dadurch auffällt, dass sie selbstbewusst ihre Forderungen stellt, sich permanent weiterentwickeln will, gleichzeitig aber auch Zeit für ihr Privatleben fordert, tickt die Generation Z ganz anders. Hier ist es eher die Arbeitszeit nach Vorschrift und die strikte Trennung von Privatleben und Beruf, die Manager verzweifeln lässt.
  • Im Gegensatz zur Generation Y widerspricht die Generation Z Autoritäten weniger und vermeidet eine Konfrontation – die Generation Z würde eher ihre Ansichten online stellen, als sie auszudiskutieren. Sie fügt sich zunächst den Regeln der Vorgesetzten, sucht aber beharrlich nach Wegen, um unflexible Arbeitsbedingungen und andere Dinge, die sie stört, zu umgehen.

Unterschiede bewusst wahrnehmen

  • Unternehmen müssen sich auf diese Generationen einstellen – sie können nicht auf die Arbeitskräfte verzichten. Beide Seiten müssen sich bewusst machen, dass es Unterschiede gibt und dass sie sich auf den jeweils anderen einstellen müssen. Bei verschiedenen Kulturen ist das den meisten klar – bei verschiedenen Generationen wird das oft unterschätzt.
  • Führungskräfte stehen vor der Herausforderung, sehr heterogene Teams führen zu müssen: verschiedene Generationen, verschiedene Kulturen und ein unterschiedlicher Status – von Festangestellten bis Freelancern. Es ist wichtig, die verschiedenen Generationen zu verstehen und ihre Beweggründe zu erkennen und entsprechend zu führen. Es geht nicht darum, blind den Anforderungen der jungen Generationen zu folgen, sondern die Führungskräfte müssen sich überlegen, welche Anforderungen sie erfüllen können und wollen. Sie müssen dabei die verschiedenen Erwartungen der Mitarbeiter, die verschiedenen Generationen angehören und deren Ansprüche sich auch widersprechen können oder unrealistisch sind, balancieren.

Fazit:

  • Die Generationen Y und Z werden oft als zu anspruchsvoll wahrgenommen
  • Beide unterscheiden sich in ihren Erwartungen, die sie an die Arbeit haben
  • Führungskräfte sollten sich darauf einstellen – aber nicht bedingungslos folgen

Gastbeitrag von Prof. Dr. Susanne Böhlich, Professorin Intern. Management, Internationale Hochschule Bad Honnef

Die Internationale Hochschule Bad Honnef (IUBH) ist ein Partnerunternehmen der PROAKTIV Management GmbH.

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